
Heute wurde im Rahmen der städtischen Haushaltsentscheidungen klar: Für den im Aktionsplan LSBTIQ* vorgesehenen Ausbau der FLINTA*-Beratung bei Livas e.V. stellt die Stadt kein Geld bereit.
Darüber sind wir mehr als enttäuscht – denn im Aktionsplan selbst wird der Ausbau unserer Beratung ausdrücklich als Maßnahme benannt – konkret mit einem Bedarf von einer halben bis zu einer dreiviertel Stelle. Der Bedarf für diese Arbeit wurde also gemeinsam mit der Community erhoben und politisch festgehalten.
Trotzdem wurde heute entschieden, dafür keine Finanzierung vorzusehen.
Für uns zeigt sich hier ein Widerspruch: Wenn der Ausbau von Beratungsstrukturen für FLINTA-Personen als Ziel formuliert wird, dafür aber keine Mittel bereitgestellt werden, bleibt dieses Ziel am Ende ein Satz auf dem Papier. Dabei sind genau solche niedrigschwelligen Beratungsangebote für viele FLINTA ein wichtiger Anlaufpunkt – etwa bei Fragen rund um Coming-out, Diskriminierungserfahrungen oder schwierige Lebenssituationen. Außerhalb von Livas e.V. gibt es in Münster derzeit keine konkreten Beratungsstellen für FLINTA*, sodass diese Entscheidung besonders gravierende Auswirkungen hat.
Gerade in Zeiten, in denen Queer- und Transfeindlichkeit wieder stärker zunimmt, sind FLINTA besonders betroffen. Diese Entscheidung der Stadt Münster zeigt einmal mehr, dass FLINTA* und ihre Anliegen in der Stadtpolitik nicht ernst genommen werden und oft unsichtbar bleiben.
Dass diese Arbeit im Aktionsplan anerkannt wird, ihre Umsetzung aber nicht finanziert wird, halten wir für ein falsches Signal.
Wir halten weiterhin daran fest: FLINTA*-Beratung und sichere Räume für queere Menschen sind kein „Nice-to-have“, sondern ein notwendiger Bestandteil einer selbstbestimmten und diskriminierungssensiblen Stadtgesellschaft